DFG-Netzwerk

Das Netzwerk „Labour Geography“ ist ein seit 2022 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Vorhaben, das in enger Verbindung zum Arbeitskreis steht.

Ziel des Netzwerks ist es, die Labour Geography als eigenständiges Forschungsfeld im deutschsprachigen Wissenschaftsraum zu verankern und im Dialog mit Denktraditionen und Konzepten aus dem deutschsprachigen Raum einen Beitrag zur internationalen Debatte in der Labour Geography zu leisten.

Die Arbeit im Netzwerk orientiert sich an den folgenden Themenblöcken:

  • Globale Produktionsnetzwerke: Wie konstruieren Arbeiter*innen eigene Handlungsebenen innerhalb von GPN? Welche Möglichkeiten und Strategien vernetzten Handelns verfolgen Arbeiter*innen innerhalb von GPN?
  • Geschlechterverhältnisse & soziale Reproduktion: Wie können wir Alltagshandeln von Arbeiter*innen mit feministischen Perspektiven zusammenbringen? Wie können wir Struktur und (Labour) Agency räumlich in Verhältnis zu Produktion und sozialer Reproduktion setzen?
  • Ungleiche Entwicklung: Welche Handlungsmacht haben Arbeiter*innen außerhalb des formellen Lohnarbeitsverhältnisses? Was bedeuten Dependenz, imperiale Lebensweisen und Kolonialität für das Potenzial, Arbeitsverhältnisse für alle Arbeiter*innen nachhaltig zu verbessern?
  • Naturverhältnisse: Was kann eine dezidiert räumliche Akteursperspektive zum Feld der environmental labour studies beitragen? Welche räumlichen Dynamiken sind für die Entwicklung von Just Transition Perspektiven relevant?
  • Digitalisierung: Wie verändern sich Arbeitsorganisation und Handlungsmacht von Arbeiter*innen in ausgewählten Sektoren durch Digitalisierung? Wie können Arbeiter*innen technologischen Wandel von Arbeit aktiv mitgestalten?
  • Gesellschaftlicher Sinn von Arbeit: Wie und auf welchen Scales verbinden sich Auffassungen der (eigenen) Arbeit als „systemrelevant“ bzw. gesellschaftlich sinnvoll mit Ansprüchen auf Gestaltung von Arbeits- und Lebensbedingungen? Welche Rolle spielt ein erweiterter Care-Begriff für die Debatte um gesellschaftlich sinnvolle Arbeit?
  • Querschnittsthema Forschungsmethodische Fragen: Welche Herausforderungen ergeben sich für die emanzipatorische Gestaltung von Forschungsbeziehungen angesichts der sozialstrukturellen, kulturellen und geographischen Ungleichheit zwischen Arbeiter*innen und Wissenschaftler*innen? Was bedeutet die Corona-Pandemie für die Forschung, beispielsweise mit Blick auf die Artikulationsmöglichkeiten von Arbeiter*innen angesichts sich in manchen Ländern andeutender verschärfter Angriffe auf soziale Rechte oder in Bezug auf räumliche Trennungen zwischen Wissenschaftler*innen und Arbeiter*innen?

Der Hauptteil der Arbeit des DFG-Netzwerks findet in zwei jährlichen Treffen statt, die bis Juni 2024 geplant sind. Neben dem inhaltlichen Austausch sind auch Ergebnisse in Handbuchform, Panels, Special Issues sowie gemeinsame Einzelpublikationen geplant.

Zum Eintrag bei der DFG.

Gründungsmitglieder

Anders als im Arbeitskreis, in dem alle Interessierten mitmachen, gibt es für das Netzwerk folgende Gründungs- sowie assoziierte Mitglieder:

Assoziierte Mitglieder: